Schneckenresistente Staudenschönheiten

Schneckenresistente Staudenschönheiten

In meinem eher halbschattigen Garten mit einer grossen Population an Schnecken aller Art ist es eine Herausforderung, schneckenresistente Staudenschönheiten zu finden. Nach einigen Jahren Herumpröbeln haben sich jedoch einige Arten als ziemlich standfest erwiesen. Und sie mögen auch die eher vorherrschenden feuchten Bodenverhältnisse.

Was sie ebenfalls alle gemeinsam haben, ist ihr Farbspektrum. Es reicht von einem zarten Rosa bis zu einem kräftigen Violettrot. Jedes Mal, wenn das Licht von hinten auf die zarten Blüten fällt, gibt es ein zauberhaftes Bild mit dem kräftigen Grün im Hintergrund.

Im Folgenden stelle ich euch meine Favoriten vor, die momentan am Blühen sind.

Epilobium hirsutum – Zottiges oder Behaartes Weidenröschen

Die aufrecht wachsenden, stark verzweigten Stauden des mehrjährigen Zottigen Weidenröschens habe ich alle selber aus Samen gezogen, die ich vor einigen Jahren mit Sebastian am Katzensee gesammelt habe. Mein Verhältnis zu den Pflanzen ist deshalb ein sehr inniges.

Blätter, Blüten und Wuchs

Die Blätter von Epilobium hirsutum sind von einem satten Grün und behaart. Die Staude hat zahlreiche rosa bis purpurfarbene Blüten, die von Juni – September blühen.

Die Art aus der Familie der Onagraceae – Nachtkerzengewächse kann zwischen 70 – 120 cm hoch werden. Da es bei mir im Garten noch als Solitär steht und keine hohen Nachbarn hat, neigt es sich an einigen Stellen ein wenig zur Seite. Noch deshalb, weil Epilobium hirsutum durch unterirdische Ausläufer ziemlich wuchern kann, und so aus einem Solitär bald mal ein ganzer Bestand werden kann. Sie versamt sich ebenfalls gut.

Für Wildbienen und Schmetterlinge

Das Zottige Weidenröschen ist eine Pollen- und Nektarpflanze für Wildbienen, Nektarpflanze für Bienen und Hummeln, wie auch Futterpflanze für Schmetterlingsraupen und Schmetterlinge wie den Mittleren Weinschwärmer (Deilephila elpenor) und Nachtkerzenschwärmer (Proserpinus proserpina).

Standorte

Der bevorzugte Standort ist sonnig bis halbschattig und der Boden kann frisch bis feucht/trocken sein. Weshalb es sich hervorragend für den Gehölz- und Weiherrand eignet. Auch bei mir im Garten wächst es unter einem Feldahorn, neben einer Kornelkirsche und zwischen einem Zwetschgenbaum und einer Fichte.

Das Zottige Weidenröschen mag humosen und mässig nährstoffreichen bis sehr nährstoffreichen Boden.

Eupatorium cannabinum – Wasserdost, Kunigundenkraut

Blätter, Blüten und Wuchs

Den mehrjährigen Wasserdost habe ich letztes Jahr entdeckt und gepflanzt. Und er ist bereits jetzt einer meiner Lieblinge unter den schneckenresistenten Staudenschönheiten im Garten. Eupatorium cannabinum ist eine stattliche, vieltriebige Pflanze von einem zarten Altrosa und aufrechtem, horstigem Wuchs aus der Familie der Asteraceae – Korbblütler. In der Höhe kann sie von 80 – 150 cm variieren.

Die doldig-rispigen Blütenstände sind aus vielen altrosa Röhrenblüten zusammengesetzt. Sie blühen von Juli – September. Die namensgebenden schmalen, hanfartigen Blätter, die am Rand oft rot überlaufen, beblättern den Stängel in dichter Abfolge. Die Staude zeigt eine schöne Herbstfärbung.

Für Wildbienen und Schmetterlinge

Eupatorium cannabinum gilt als leicht giftige Heilpflanze. Als Spätblüher ist sie eine wichtige Pollen- und Nektarpflanze für Wildbienen wie auch Futterpflanze für Schmetterlingsraupen und Schmetterlinge wie beispielsweise die Wasserdost-Goldeule (Diachrysia chryson). Ein wahrer Schmetterlingsmagnet.

Standorte

Der Wasserdost ist sehr vielseitig verwendbar. Er wächst an Pionier- und Ruderalstandorten, am sonnigen bis halbschattigen Heckenrand, im Beet, auf dem Balkon, im Feuchtgraben, an der Uferzone von Fliessgewässern und am Weiherrand.

Er kommt mit mässig trockenem bis feuchtem Boden und eher nährstoffarmem bis sehr nährstoffreichem Boden zurecht. Die bevorzugte Bodenbeschaffenheit ist humos.

Andere Namen: Wasserhanf, Hirschklee, Blauwetterkühl, Grundheil, Lämmerschwanz

Geranium nodosum – Knotiger Storchschnabel

Ich liebe Storchschnäbel. Sie sind von einer wunderbaren Vielfalt und sehr unkompliziert. Weshalb sie in meinem Garten natürlich in vielen Varianten wachsen dürfen.

Blätter, Blüten und Wuchs

Der mehrjährige Knotige Storchschnabel ist von einem hübschen Rosa mit zarten hellvioletten Streifen. Eine wahre Augenweide und eine der Blumen, in die man mit den Augen eintauchen kann. Er hat eine sehr lange Blütezeit und blüht von Mai – Oktober. Geranium nodosum gehört zur Familie der Geraniaceae – Storchschnabelgewächse.

Seine Höhe variiert zwischen 20 – 50 cm. Sein Wuchs ist zwar zart, aber von eher ausladender Art. Er ist bodendeckend, aufsteigend bis aufrecht und verzweigt. Er schlängelt sich sehr gut zwischen anderen Pflanzen hindurch. Die Blätter sind dunkelgrün, ungeschlitzt gelappt. Die Pflanze zeigt eine tolle Herbstfärbung.

Für Wildbienen und Bienen

Geranium nodosum dient Wildbienen als Pollen- und Nektarpflanze. Auch Bienen laben sich an ihrem Nektar.

Standorte

Der Knotige Storchschnabel ist bei mir vornehmlich am Gehölzrand angesiedelt. Verwendet werden kann Geranium nodosum aber auch in halbschattigen bis schattigen Bereichen, absonnigen Staudenbeeten und auf dem Balkon. Er gilt auch als Bodendecker. Optimale Lichtverhältnisse bieten halbschattige bis schattige Standorte. Die Bodenfeuchtigkeit kann von mässig trocken, frisch bis feucht/trocken reichen.

Geranium nodosum bevorzugt eine humose Bodenbeschaffenheit. Er kommt mit eher nährstoffarmen bis eher nährstoffreichen Böden zurecht.

Geranium palustre – Sumpf-Storchschnabel

Alle Sumpf-Storchschnäbel, die bei mir im Garten wachsen, habe ich von Sebastian erhalten. Sie sind deshalb alle äusserst vital. Die Pflanze aus der Familie der Geraniaceae – Storchschnabelgewächse gilt als alte Heilpflanze.

Bläter, Blüten und Wuchs

Die wüchsigen mehrjährigen Pflanzen sind stark verzweigt und werden zwischen 40 – 80 cm hoch. Ihre Blätter sind 5-7-teilig. Die zahlreichen intensiv violettroten Blüten leuchten von weitem und haben eine extrem lange Blütezeit von Juni – Oktober. Die Blütentriebe verhalten sich wie Spreizklimmer und schlängeln ihre langen Triebe in Nachbarpflanzen (dann bis 200 cm). Die Samen „spicken“ sehr weit. Geranium palustre ist wintergrün.

Für Insekten

Der Sumpf-Storchschnabel wird von Wildbienen und Hummeln genutzt. Auch Schmetterlinge wie beispielsweise der Storchschnabel-Bläuling (Aricia eumedon) gehen auf die Pflanze.

Standorte

Die Staude mag sonnige, halbschattig bis schattige Standorte. In meinem Garten wächst sie vornehmlich neben Gehölzen. Der Sumpf-Storchschnabel kann auch im Feuchtgraben und am Weiherrand wachsen, wie der Name ja andeutet.

Die hübsche Pflanze kommt mit frischen, feuchten oder feucht/trockenen Böden zurecht. Bevorzugt wird eine humose Bodenbeschaffenheit und ein mässig nährstoffreicher bis sehr nährstoffreicher Boden.

Knautia dipsacifolia – Wald-Witwenblume

Blätter, Blüten und Wuchs

Die mehrjährige Knautia dipsacifolia ist eine wunderhübsche zart lila Staude aus der Familie der Caprifoliaceae – Geissblattgewächse. Ihr Wuchs ist aufrecht und verzweigt. Alle kardenähnlichen Blätter (deshalb der Name) sind ungeteilt, breit-lanzettlich und behaart. Die flachen Blütenköpfchen blühen von Juni – Oktober. Auffällig ist die 4-teilige Krone einer Einzelblüte. Die Samenstände sind ebenfalls eine Zierde. Sie versamt sich gut. Die Wald-Witwenblume ist eine der Blumen, die sehr anmutig wirkt. Fast wie eine kleine Tänzerin. Die Pflanze ist wintergrün.

Für Wildbienen und Bienen

Knautia dipsacifolia ist eine Pollen- und Nektarpflanze für Wildbienen und Bienen. Sie dient beispielsweise diversen Widderchen-Arten (Zygaena-Arten) als super Nektarpflanze.

Standorte

Die Wald-Witwenblume wird zwischen 60 – 120 cm hoch und wächst bevorzugt im Halbschatten und Schatten. Sie ist deshalb besonders für den Gehölzrand geeignet. Da wächst sie auch bei mir im Garten. Die Staude ist anspruchslos, bei entsprechender Bodenfeuchte ist auch ein sonniger Standort möglich.

Knautia dipsacifolia mag frischen lehmig humosen Boden, der mässig nährstoffreich, eher nährstoffreich bis sehr nährstoffreich sein kann.

Synonym: Knautia sylvatica; früher Dipsacaceae – Kardengewächse

Lythrum salicaria – Blut-Weiderich

Blätter, Blüten und Wuchs

Der mehrjährige Blut-Weiderich ist eine wahre Prachtstaude, die mit den Jahren immer üppiger wird. Von Anfang an hat die schneckenresistente Staudenschönheit in meinem Garten mein Herz erobert. Lythrum salicaria gehört zur Familie der Lythraceae – Weiderichgewächse und wird seit dem Altertum als Heilpflanze genutzt.

Seine Gestalt ist straff aufrecht und verzweigt. Je nach Standort kann er zwischen 70 – 120 cm hoch wachsen. Die langen Blütenähren sind mit zahlreichen intensiv karminroten Blüten besetzt, die von Juni – September blühen. Die violetten Staubgefässe sind ein wunderhübsches Detail. Und er versamt sich gut. Der Blut-Weiderich hat eine wunderbare Herbstfärbung.

Für Insekten

Lythrum salicaria dient Wildbienen und Bienen als Pollen- und Nektarpflanze. Beispielsweise labt sich die Blutweiderich-Sägehornbiene (Melitta nigricans) an ihm. Er ist ebenfalls Futterpflanze für Schmetterlingsraupen und Schmetterlinge. Auch Schwebfliegen besuchen die Pflanze.

Standorte

Lythrum salicaria wächst auf Wiesen, im Waldschlag, Feuchtgraben, an der Sumpfzone (0-5cm) und Uferzone von Fliessgewässern, im Beet und auf dem Balkon sowie am Weiherrand. Die Stauden in meinem Garten wachsen am Rand von einem der zwei Mini-Teiche. Bevorzugt werden sonnige bis halbschattige Orte.

Der Blut-Weiderich kommt sehr gut mit Staunässe zurecht. Er wächst bevorzugt auf mässig trockenem, frischen, feuchten und feucht/trockenem lehmig bis humosen Boden. Seine Ansprüche an die Nährstoffverhältnisse reichen von eher nährstoffarmen, mässig nährstoffreichen, eher nährstoffreichen bis zu sehr nährstoffreichen Böden.

Stachys officinalis – Echte Betonie, Heil-Ziest

Blätter, Blüten und Wuchs

Der Heil-Ziest ist eine wichtige alte Heilpflanze, wie der Name schon sagt. Er gehört zur Familie der Lamiaceae – Lippenblütler. Die Wildstaude wächst in einer Rosette und hat straff aufrechte, unverzweigte, kaum beblätterte Stängel. Die schmückenden Blätter sind gegenständig, länglich, dunkelgrün und grob gezähnt. Die kurzen, dichten, reichblütigen, quirligen Blütenstände sind mit kräftig purpurnen Lippenblütchen bespickt. Stachys officinalis blüht von Juni – September, wird zwischen 40 – 70 cm hoch und ist wintergrün.

Für Insekten

Die Blüten des rosa-purpurfarbenen Heil-Ziest produzieren viel Nektar, weshalb sie wahre Schmetterlingsmagneten sind. Die Blüten werden auch von Bienen, besonders von Hummeln und von Schwebfliegen bestäubt. Der Heil-Ziest ist ebenfalls die Futterpflanze des Heilziest-Dickkopffalters (Carcharodus flocciferus).

Standorte

Stachys officinalis wächst an sonnigen bis halbschattigen Standorten auf Wiesen, im Feuchtgraben, in Rabatten, im Beet, auf dem Balkon und am Gehölzrand. Die Pionierpflanze ist vielseitig verwendbar und standfest. Bei mir im Garten ist er auf einer sonnigen Fläche zwischen Geranium sanguineum striatum und Alchemilla vulgaris angesiedelt.

Der Heil-Ziest kommt mit mässig trockenem, frischen, feuchten bis feucht/trockenem Boden zurecht. Humoser, eher nährstoffarmer bis eher nährstoffreicher Boden wird bevorzugt.

Synonym: Betonica officinalis; andere Namen: „Flohblume, Pfaffenblume, Zahnkraut oder Zehrkraut“; fehlt im Engadin

Bezug von Wildstauden: Passende Biogärtnerein sind hier zu finden.


Alle Bilder: © Isabelle Blum 2021

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Isabelle Blum

Ausgebildete Umweltnaturwissenschaftlerin ETH und autodidaktische Gärtnerin mit einer grossen Liebe zur Natur, ihrer Vielfalt und Eigensinnigkeit

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