Die dunkle Nacht ist voller Leben

Die dunkle Nacht ist voller Leben

Die dunkle Nacht ist voller Leben. Ein Grossteil der Schmetterlingsarten der Schweiz ist nachtaktiv und Fledermäuse, Glühwürmchen sowie viele andere Insekten und Tiere brauchen die dunkle Nacht. Aber diese verschwindet immer mehr. Wollen wir also die Biodiversität fördern, ist es Zeit zum Lichterlöschen …

Die Nacht ist heute an vielen Orten nicht mehr dunkel. Alles wird beleuchtet. Strassen, Häuser, Geschäfte, Gärten und sogar Berge. Licht so weit das Auge reicht. Falls du jemand bist, der an einem hell erleuchten Ort lebt, schau nachts einmal in den Himmel. Kannst du die Sterne sehen? Oder siehst du nur den Schimmer der vielen Lichter? Diese sogenannte Lichtverschmutzung beeinflusst nicht nur die natürliche Sicht auf den Himmel. Sie beeinflusst auch unseren Schlaf und unsere Gesundheit. Und sie hat gravierende Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt.

Nachtaktive Tiere und Pflanzen geraten unter Druck

Licht übt eine starke Wirkung auf Tiere aus, indem es vielfältig in ihre Biologie eingreift. Beispielsweise sind 95 % der in der Schweiz bekannten Schmetterlingsarten nachtaktiv. Viele Fledermäuse jagen nur nachts. Zugvögel orientieren sich bei ihrem Migrationsflug an den Sternen. Eintags- und Köcherfliegen schlüpfen in der Nacht und Glühwürmchen Weibchen locken die Männchen mit ihrem Leuchten.

Ein Mondvogel (Phalera bucephala), ein Nachtfalter, der sich als Zweig tarnt, um seine Jäger zu narren.

Aber die dunkle Nacht verschwindet immer mehr. Sie wird mit voller Wucht beleuchtet – auch in Gärten – weshalb nachtaktive Tiere zunehmend unter Druck geraten. Viele Lampen sind zudem tödliche Fallen für Insekten. Und Kunstlicht verändert sogar die Farben von Blüten, die dann nicht mehr von Nachtfaltern erkannt und bestäubt werden.

Die grassierende Lichtverschmutzung stört das Gleichgewicht der nächtlichen Ökosysteme, beeinträchtigt das Verhalten von Tieren und Pflanzen (und auch uns Menschen) und verändert die Nahrungsketten. Dabei gibt es ein ganz einfaches Mittel, um diesen Trend zu bremsen: Licht aus!

Wie kannst du für mehr Dunkelheit sorgen?

Mit folgenden einfachen Massnahmen kannst du bereits für mehr Dunkelheit im eigenen Garten oder im Aussenraum sorgen:

Lampen mit präziser Lichtlenkung oder Abschirmungen installieren, die beleuchten nur das, was beleuchtet werden soll.

Beleuchtungsstärke anpassen, so werden überdimensionierte Leuchtstärken vermieden.

Zeitschaltuhren installieren, um die Beleuchtung zwischen 22 Uhr und 6 Uhr abzuschalten.

Bewegungsmelder zurückhaltend einsetzen und auf eine richtige Einstellung achten, damit nicht beim kleinsten Lufthauch die Lampe angeht.

Auf Aussenleuchten, die keinem „Sicherheitszweck“ dienen verzichten – vor allem im Garten.

Zeit zum Lichterlöschen …

Mehr Informationen auf Dark-Sky Switzerland

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Isabelle Blum

Isabelle Blum

Ausgebildete Umweltnaturwissenschaftlerin ETH und autodidaktische Gärtnerin mit einer grossen Liebe zur Natur, ihrer Vielfalt und Eigensinnigkeit

2 Comments

  1. Liebe Isabelle

    Toll, dass du die Thematik mit den Lichtern in der Nacht aufgreifst. Wer denkt schon an die uns auch nachts umgebenden Tiere, wenn die romantischen Led-Lichterketten aus China in den Privatgärten für Stimmung sorgen. Sie sind billig, verbrauchen wenig Strom, und es scheint vielen Leuten noch wenig bewusst zu sein, was für eine wichtige Bedeutung die Dunkelheit für Tiere, Pflanzen und für den Menschen hat.
    Sicher kennst du auch den Verein Dark-Sky Switzerland, der sich seit Jahren für die Dunkelheit und die damit verbundenen Themen einsetzt, ein hoch engagierter und professioneller Verein, auf deren homepage man viel Interessantes lesen kann.http://www.darksky.ch
    Liebe Grüsse Christine

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